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Über EuroKaution > Bar oder Bürge?

Bar oder Bürge?

Aus der Presse: €uro am Sonntag Spezial
 
Mit Bürgschaften von Kautionskassen bleiben Mieter flüssig. Doch nicht für jeden ist dieser Weg sinnvoll. Die Konditionen der Anbieter im Überblick

Manchem Beamten ging es früher im Kaiserreich wie den Bürgern heute vor dem Einzug in die neue luxuriöse Mietwohnung. Vor dem Dienstantritt in Post- und Telegrafenämtern mussten Staatsdiener, die Kassenbestände verwalteten, eine Kaution hinterlegen. Auf diese Sicherheit konnte der Dienstherr im Schadenfall zugreifen. Wer die Kaution nicht auf einmal zahlen konnte, dem gestattete der Dienstherr „ausnahmsweise“, das Geld nach und nach vom Beamten­salär anzusparen.

Was Beamten damals recht war, muss Mietern mit einem finanziellen Engpass heute nicht billig sein. Sie können die Mietkaution zwar nicht per Sparplan ansparen, dafür aber auf Prämienbasis finanzieren. Den Liquiditätsvorteil erkaufen sie sich mit dem Abschluss einer Miet- oder Wohnbürgschaft.  Diese „Mietversicherung“ ist einfach zu bekommen und billiger als die Überziehung des Girokontos. In der Regel geben Interessierte auf den Internetseiten der Anbieter ihre Mietdaten ein. Dann folgt eine Bonitätsprüfung über Schufa, Creditreform oder Infoscore. Binnen weniger Tage wird die Bürgschaft von einer Versicherung per Post zugestellt. Neu ist das Geschäftsmodell nicht. Bisher standen Banken für Verbindlichkeiten der Mieter mit einer Bürgschaft gerade. Für Mieter hatte das jedoch einen Haken. Denn „die Bürgschaft schmälert die Liquidität auf dem Girokonto, indem sie den Verfügungsrahmen des Dispos reduziert“, weiß Ulrich Grabowski, Vorstand der Deutschen Kautionskasse. Laut eigenen Angaben verfügt der Mietkautionspionier derzeit über einen Marktanteil von 2,5 Prozent, bezogen auf die 22 Millionen privat vermieteter Wohnungen bundesweit. Auch andere Anbieter privater Mietbürgschaften wie Eurokaution, Deutscher Mietkautionsbund, Kautionsfrei.de und die Basler Versicherun­gen wittern Morgenluft. Dahinter stecken entweder Versicherungsvermittler oder direkt eine Versicherung. Dabei nehmen sich die Anbieter gern die Schweiz zum Vorbild. In der Eidgenossenschaft – dort wohnen zwei Drittel der Einwohner zur Miete – ist jede dritte Neuvermietung via Bürgschaft abgesichert. Hierzulande parken 32 Milliarden Euro als Mietkaution auf Sparbüchern mit Niedrigstverzinsung. „Gängiges Kautionsmodell bei unseren Mitgliedern ist das Sparbuch oder vergleichbare Formen der Barkaution“, bestätigt Eckhard Bachmann, Mietexperte beim Bundes­verband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW). Eine wirkliche Alternative zur Barkaution auf dem Sparbuch dürfte die Kautionsbürgschaft nur für Freiberufler und Selbstständige sein, die gewerbliche Räume anmieten. Die Mietbürgschaft verschafft ihnen finanziell mehr Luft. Und die Kosten können sie von der Steuer absetzen. Die zur Grundeigentümer Versicherung gehörende Euro­kaution etwa bietet gleich drei Bürgschaftsvarianten an: für gewerbliche, private und studentische Mieter. Das muss aber nicht in jedem Fall günstig sein. Zwar zahlen Mieter bei der Deutschen Kautionskasse im ersten Jahr mehr. Dort fallen neben der einmaligen Urkundengebühr von 50 Euro fünf Prozent Prämie und ab dem zweiten Jahr zehn Euro Kontoführungsgebühr zusätzlich an. „Im ersten Jahr sind wir nicht immer die günstigsten, ab dem zweiten Jahr haben wir gegenüber Eurokaution die Nase klar vorn“, betont Ulrich Grabowski, Vorstand der Deutschen Kautionskasse.

Bei beiden großen Anbietern – Kautionskasse und Eurokaution – hat der Vermieter dank der „Bürgschaft auf erstes Anfordern“ Rechtssicherheit. Bei dieser privilegierten Form der Bürgschaftsverpflichtung, die durch das Oberlandesgericht Karlsruhe bestätigt wurde, kann der Vermieter sich bei säumi­gen Mietern problemlos aus der Bürg­schaft bedienen (Az. 1 U 12/04). Billiger ist dagegen der Mietkautionsbund. Bei dem Verein fällt zwar ein einmaliger Beitrag von 9,90 Euro an. Der Prämiensatz für die Sicherheitsleistung durch die R?+?V Versicherung beträgt aber nur 4,7 Prozent. Das entspricht dem, was Volks- und Raiffeisenbanken im Schnitt auch am Bankschalter für die Bankbürgschaft der R?+?V verlangen. Am günstigsten ist es jedoch ohne Umweg über Vermittler. So verlangt die Basler Versicherungen aus Bad Homburg fünf Prozent Gebühren jährlich. Bei einer Kaution von 1000 Euro sind das 50 Euro pro Jahr. Davon gibt die Basler 15 Prozent an Hausverwalter und Wohnungsunternehmen als Rückvergütung weiter. Für Mieter geht das aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen hervor. Sogar das Ablösen bestehender Barkautionen ist angesichts der Provision für Hausverwalter lukrativ.

Damit entfällt auch das Akzeptanzrisiko. Da die Versicherung auf gewerbliche Vermieter zugeht, haben diese nach Abschluss der Kooperation die Mietbürgschaft akzeptiert. Für die Mieter gilt aber meist: „Wer Geld hat, für den ist es günstiger, die Kaution in bar beim Vermieter zu hinterlegen oder ein Sparbuch zu verpfänden“, räumt Jan D. Leuze, Gründer von Eurokaution, ein.
 
Pressekontakt:
Mina Dadgostar
EuroKaution
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