Gewerbe Mietkautionsbürgschaft beantragen: So geht's Schritt für Schritt

Sie möchten eine Mietkautionsbürgschaft für Ihre Geschäftsräume beantragen? Wir zeigen Ihnen genau, wie der Antragsprozess abläuft, welche Unterlagen Sie brauchen und worauf Sie achten müssen. Mit unserer detaillierten Anleitung klappt Ihr Antrag reibungslos.

julia babilon

Was Sie für den Antrag brauchen: Die Voraussetzungen

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Nicht jedes Unternehmen kann eine Mietkautionsbürgschaft bekommen. Es gibt einige grundlegende Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Diese sind aber weniger streng als bei einer Bankbürgschaft, weshalb die meisten Unternehmen gute Chancen haben.

Ihr Unternehmen muss in Deutschland registriert sein. Das bedeutet: Sie haben eine deutsche Geschäftsadresse und sind im Handelsregister oder Gewerberegister eingetragen. Auch wenn Ihr Unternehmen noch jung ist, können Sie einen Antrag stellen – Neugründungen sind ausdrücklich willkommen.

Sie brauchen eine ausreichende Bonität. Das klingt kompliziert, bedeutet aber einfach: Ihr Unternehmen sollte finanziell stabil genug sein, um die monatliche Miete zu zahlen. Wir schauen uns an, ob Sie in der Vergangenheit Ihre Rechnungen bezahlt haben und ob Ihr Geschäft gesund läuft. Kleine Probleme sind kein Ausschlusskriterium – jeder Fall wird individuell geprüft.

Der Mietvertrag muss für Geschäftszwecke sein. Die Bürgschaft funktioniert nur für gewerbliche Räume wie Büros, Läden, Werkstätten oder Lagerhallen. Für private Wohnungen nutzen Sie bitte unseren privaten Antrag.

Die Kautionssumme muss angemessen sein. Normalerweise liegt die Kaution bei Gewerbeimmobilien zwischen drei und zwölf Monatsmieten. Wenn ein Vermieter deutlich mehr verlangt, prüfen wir, ob das verhältnismäßig ist. Sehr hohe Kautionen brauchen eine besonders gründliche Prüfung.

Diese Unterlagen werden benötigt

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Für Ihren Antrag brauchen Sie verschiedene Dokumente. Je besser Sie vorbereitet sind, desto schneller können wir Ihren Antrag bearbeiten. Hier ist die komplette Liste:

Unterlagen zu Ihrem Unternehmen

Jahresabschlüsse der letzten zwei Jahre: Das sind Ihre Bilanzen und Gewinn-und-Verlust-Rechnungen. Bei kleinen Unternehmen reicht oft auch eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Die Unterlagen zeigen uns, wie sich Ihr Geschäft entwickelt hat und ob es stabil läuft.

Aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA): Die BWA ist eine Übersicht über Ihre aktuellen Geschäftszahlen. Sie sollte nicht älter als drei Monate sein. Falls Sie keine BWA haben, sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater – der kann sie für Sie erstellen.

Handelsregisterauszug: Diesen bekommen Sie online beim Bundesanzeiger oder beim zuständigen Registergericht. Er sollte aktuell sein, also nicht älter als sechs Monate. Bei Einzelunternehmen oder Freiberuflern reicht ein Gewerbeschein.

Gesellschaftervertrag oder Satzung: Wenn Sie eine GmbH, UG oder eine andere Gesellschaftsform haben, brauchen wir diese Dokumente. Sie zeigen, wer das Unternehmen führt und wie es organisiert ist.

Unterlagen zur Immobilie

Mietvertrag oder Mietvertragsvorlage: Wir brauchen den vollständigen Vertrag mit allen Seiten. Falls der Vertrag noch nicht unterschrieben ist, reicht zunächst der Entwurf. Wichtig sind: Mietbeginn, Miethöhe, Laufzeit und Kautionshöhe.

Objektadresse und Details: Teilen Sie uns die genaue Adresse mit, wie viele Quadratmeter die Fläche hat und wofür Sie sie nutzen werden. Das hilft uns, das Objekt besser einzuschätzen.

Zusätzliche Unterlagen bei besonderen Situationen

Bei Neugründungen: Wenn Ihr Unternehmen noch keine zwei Jahre alt ist, brauchen wir Ihren Businessplan und eine Umsatzplanung. Außerdem schauen wir uns die persönliche Bonität der Geschäftsführer an.

Bei Franchising: Legen Sie den Franchisevertrag und Informationen über Ihren Franchisegeber vor. Das zeigt uns, dass Sie ein erprobtes Geschäftsmodell nutzen.

Bei ausländischen Geschäftsführern: Wenn die Geschäftsführer keine deutschen Staatsangehörigen sind, benötigen wir zusätzlich eine Ausweiskopie und gegebenenfalls eine Aufenthaltserlaubnis.

Der Antragsprozess in 5 detaillierten Schritten

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Jetzt geht es ans Eingemachte: So läuft Ihr Antrag von Anfang bis Ende ab. Wir erklären jeden Schritt genau, damit Sie wissen, was auf Sie zukommt.

Schritt 1: Online-Antrag ausfüllen

Gehen Sie auf unsere Website zu unserem Gewerbe-Antragsformular. Das Formular ist in mehrere Bereiche unterteilt und führt Sie Schritt für Schritt durch alle notwendigen Angaben.

Ihre Unternehmensdaten: Geben Sie den vollständigen Namen Ihres Unternehmens ein, so wie er im Handelsregister steht. Wählen Sie Ihre Rechtsform aus (GmbH, UG, Einzelunternehmen, etc.). Tragen Sie Ihre Geschäftsadresse ein und geben Sie Ihre Handelsregisternummer oder Gewerbescheinnummer an.

Kontaktdaten: Wichtig ist eine E-Mail-Adresse, unter der wir Sie gut erreichen können. Auch eine Telefonnummer hilft, falls wir Rückfragen haben. Geben Sie an, wer Ihr Ansprechpartner ist – das sollte jemand sein, der alle Informationen zum Mietvertrag kennt.

Details zur Mietimmobilie: Tragen Sie die vollständige Adresse der Geschäftsräume ein. Geben Sie die monatliche Kaltmiete ohne Nebenkosten an. Schreiben Sie, wie hoch die gewünschte Kautionssumme ist – normalerweise steht das im Mietvertrag. Wählen Sie aus, ab wann Sie die Bürgschaft brauchen – idealerweise mindestens zwei Wochen vor dem Mietbeginn.

Angaben zum Geschäft: Beschreiben Sie kurz, was Ihr Unternehmen macht. Sagen Sie, wie lange es Ihr Unternehmen schon gibt. Geben Sie an, wie viele Mitarbeiter Sie beschäftigen. Diese Informationen helfen uns, Ihr Geschäft besser zu verstehen.

Das Ausfüllen dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Sie können den Antrag zwischenspeichern und später weitermachen, falls Sie nicht alle Informationen sofort zur Hand haben.

Schritt 2: Unterlagen hochladen

Nach dem Ausfüllen des Formulars laden Sie alle benötigten Dokumente hoch. Nutzen Sie dafür unsere sichere Upload-Funktion auf der Website.

So bereiten Sie Ihre Unterlagen vor: Scannen Sie alle Dokumente in guter Qualität ein. PDFs sind am besten geeignet. Achten Sie darauf, dass alle Seiten gut lesbar sind – unscharfe oder zu dunkle Scans verzögern die Bearbeitung. Benennen Sie die Dateien sinnvoll, zum Beispiel "Jahresabschluss_2023.pdf" oder "Mietvertrag_Musterstraße.pdf".

Größe und Format: Einzelne Dateien sollten nicht größer als 10 MB sein. Wenn ein Dokument zu groß ist, können Sie es in mehrere Teile aufteilen oder komprimieren. Erlaubte Formate sind PDF, JPG, PNG und Word-Dokumente.

Vollständigkeit prüfen: Schauen Sie noch einmal nach, ob Sie wirklich alle Unterlagen haben. Eine häufige Fehlerquelle: Es werden nur einzelne Seiten des Mietvertrags hochgeladen statt dem kompletten Dokument. Oder die BWA fehlt, obwohl sie angefordert wurde.

Falls Ihnen ein Dokument fehlt, können Sie es auch nachreichen. Das verzögert aber die Bearbeitung. Besser ist es, von Anfang an alles komplett zu haben.

Schritt 3: Prüfung und Bonitätsanalyse

Nachdem Sie alle Unterlagen eingereicht haben, beginnt unsere Prüfung. Dieser Schritt ist besonders wichtig, denn hier entscheidet sich, ob die Bürgschaft genehmigt wird.

Was genau wird geprüft? Wir schauen uns Ihre Jahresabschlüsse an und analysieren wichtige Kennzahlen: Wie entwickelt sich Ihr Umsatz? Macht das Unternehmen Gewinn oder Verlust? Wie hoch ist das Eigenkapital? Wir prüfen Ihre Bonität über die Creditreform oder andere Auskunfteien. Dabei sehen wir, ob es negative Einträge gibt oder ob Sie in der Vergangenheit Zahlungsprobleme hatten. Die BWA zeigt uns Ihre aktuelle Situation – ist das Geschäft stabil oder gab es kürzlich Einbrüche?

Bewertung des Risikos: Wir schätzen ein, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie die Miete über die gesamte Vertragslaufzeit zahlen können. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle: Ihre Branche (manche Branchen gelten als stabiler als andere), die Höhe der Miete im Verhältnis zu Ihrem Umsatz, Ihre bisherige Geschichte (langjährige Unternehmen haben Vorteile) und die wirtschaftliche Gesamtsituation.

Zusätzliche Prüfungen bei kritischen Fällen: Wenn es Auffälligkeiten gibt – zum Beispiel Verluste in den letzten Jahren oder negative Bonitätseinträge – schauen wir genauer hin. Wir rufen dann oft an und sprechen persönlich mit Ihnen. Manchmal fordern wir zusätzliche Unterlagen an, etwa Kontoauszüge oder eine ausführlichere Erklärung Ihrer Geschäftsentwicklung. Vielleicht schlagen wir auch eine niedrigere Bürgschaftssumme vor oder bitten um eine persönliche Bürgschaft eines Gesellschafters.

Dauer der Prüfung: Bei Standardfällen mit guter Bonität dauert die Prüfung zwei bis drei Werktage. Wenn wir Rückfragen haben oder zusätzliche Unterlagen brauchen, kann es eine Woche oder länger dauern. Bei komplexen Fällen mit vielen Gesellschaftern oder schwierigen Geschäftszahlen manchmal auch bis zu zwei Wochen.

Schritt 4: Entscheidung und Vertragsabschluss

Nach der Prüfung teilen wir Ihnen unsere Entscheidung mit. In den allermeisten Fällen können wir zusagen – schließlich sind unsere Anforderungen deutlich moderater als bei Banken.

Bei positiver Entscheidung: Sie bekommen von uns ein Angebot per E-Mail. Darin steht genau, welche Bürgschaftssumme wir übernehmen und wie hoch die jährliche Prämie ist. Normalerweise sind das 4,7 Prozent der Kautionssumme pro Jahr, mindestens aber 50 Euro. Das Angebot ist unverbindlich – Sie können in Ruhe überlegen.

Vertrag abschließen: Wenn Sie einverstanden sind, unterschreiben Sie den Versicherungsvertrag. Das können Sie online mit einer digitalen Signatur machen oder klassisch per Post. Der Vertrag regelt alle Details: wer die Vertragspartner sind, wie hoch die Bürgschaft ist, wie lange sie läuft, was die jährliche Prämie kostet, wie sie gezahlt wird und unter welchen Bedingungen die Versicherung zahlt.

Zahlung der ersten Prämie: Bevor wir die Bürgschaftsurkunde ausstellen, wird die erste Jahresprämie fällig. Sie können per Lastschrift, Überweisung oder Kreditkarte zahlen. Sobald die Zahlung bei uns eingegangen ist, geht es weiter.

Bei Ablehnung oder Auflagen: Wenn wir nicht zusagen können, erklären wir Ihnen genau warum. Oft gibt es Möglichkeiten, das Problem zu lösen: Sie könnten eine niedrigere Bürgschaftssumme beantragen, einen Bürgen stellen (zum Beispiel einen Gesellschafter, der persönlich haftet) oder zusätzliche Sicherheiten anbieten. Manchmal schlagen wir auch vor, in ein paar Monaten noch einmal zu schauen, wenn sich Ihre Geschäftszahlen verbessert haben.

Schritt 5: Erhalt und Übergabe der Bürgschaftsurkunde

Nach Vertragsabschluss und Zahlungseingang erstellen wir Ihre Bürgschaftsurkunde. Das ist ein offizielles Dokument der R+V Versicherung, das Sie Ihrem Vermieter übergeben.

Wie Sie die Urkunde erhalten: Die Bürgschaftsurkunde wird per Post an Ihre Geschäftsadresse geschickt. Das dauert normalerweise ein bis zwei Werktage. Sie ist auf hochwertigem Papier gedruckt und trägt ein Sicherheitssiegel. Zusätzlich bekommen Sie eine digitale Kopie per E-Mail. Die können Sie schon vorab Ihrem Vermieter zeigen, falls es pressiert.

Was auf der Urkunde steht: Die Urkunde enthält alle wichtigen Informationen: Ihre Daten als Mieter, die Daten des Vermieters, die Adresse der Mietimmobilie, die Höhe der Bürgschaft, die Laufzeit (normalerweise so lange wie der Mietvertrag) und eine Urkunden-Nummer zur Überprüfung.

Übergabe an den Vermieter: Geben Sie die Originalurkunde Ihrem Vermieter. Machen Sie sich vorher eine Kopie für Ihre Unterlagen. Viele Vermieter möchten die Echtheit der Urkunde prüfen – dafür gibt es auf unserer Website ein Echtheitsprüfungs-Tool. Einfach die Urkunden-Nummer eingeben und sofort sieht der Vermieter, dass alles seine Richtigkeit hat.

Bestätigung für Ihre Unterlagen: Bewahren Sie alle Dokumente gut auf: die Kopie der Bürgschaftsurkunde, den Versicherungsvertrag, die Zahlungsbelege und die E-Mail-Korrespondenz. Sie brauchen das möglicherweise später, zum Beispiel für Ihre Steuer oder bei Fragen des Vermieters.

Wie lange dauert die Bearbeitung?

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Die Zeitfrage ist für viele Unternehmen entscheidend – besonders wenn der Mietbeginn schon bald ansteht. Hier ist ein realistischer Zeitplan:

Bei Standardfällen mit guter Bonität: Vom Antrag bis zur Bürgschaftsurkunde vergehen normalerweise vier bis sieben Werktage. Das setzt voraus, dass Sie alle Unterlagen komplett haben und keine Rückfragen nötig sind. In dieser Zeit prüfen wir Ihren Antrag (zwei bis drei Tage), erstellen und versenden den Vertrag (ein Tag), warten auf Ihre Unterschrift und Zahlung (ein bis zwei Tage) und drucken und versenden die Urkunde (ein bis zwei Tage).

Bei komplizierten Fällen: Wenn zusätzliche Prüfungen nötig sind oder Unterlagen nachgereicht werden müssen, kann es ein bis drei Wochen dauern. Komplizierte Fälle sind zum Beispiel: Neugründungen ohne Geschäftshistorie, Unternehmen mit negativen Bonitätseinträgen, sehr hohe Kautionssummen über 100.000 Euro, ausländische Gesellschafter oder Geschäftsführer oder komplizierte Unternehmensstrukturen mit vielen Beteiligungen.

Express-Bearbeitung möglich: Wenn es sehr dringt, können wir die Bearbeitung beschleunigen. Voraussetzung ist, dass alle Unterlagen vollständig vorliegen und Ihre Bonität einwandfrei ist. In solchen Fällen können wir oft innerhalb von 48 Stunden eine Zusage geben und die Urkunde per Express-Post verschicken. Sprechen Sie uns einfach an, wenn Sie eine schnelle Lösung brauchen.

Tipp zur Zeitplanung: Beantragen Sie die Bürgschaft am besten drei bis vier Wochen vor dem gewünschten Mietbeginn. So haben Sie genug Puffer, falls etwas nicht sofort klappt. Sie können den Antrag auch stellen, wenn der Mietvertrag noch nicht unterschrieben ist – eine Vorlage oder ein Entwurf reicht zunächst.

Nach welchen Kriterien wird geprüft?

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Damit Sie besser verstehen, worauf es ankommt, erklären wir die wichtigsten Prüfkriterien im Detail. Wenn Sie diese Punkte kennen, können Sie Ihren Antrag optimal vorbereiten.

Finanzielle Stabilität

Eigenkapitalquote: Wir schauen, wie viel Eigenkapital Ihr Unternehmen im Verhältnis zur Bilanzsumme hat. Eine Eigenkapitalquote von mindestens 15 bis 20 Prozent ist gut. Das zeigt, dass Ihr Unternehmen nicht übermäßig verschuldet ist und finanzielle Rücklagen hat.

Umsatz und Gewinn: Ihr Umsatz sollte stabil sein oder wachsen. Kleine Schwankungen sind normal, aber ein drastischer Einbruch ohne erkennbare Erholung ist problematisch. Auch wichtig ist die Gewinnentwicklung. Dauerhafte Verluste sind ein Warnsignal, auch wenn sie bei Neugründungen in den ersten Jahren noch akzeptabel sind.

Liquidität: Können Sie Ihre laufenden Kosten bezahlen? Wir schauen uns Ihre Konten an und prüfen, ob genug Geld da ist. Die Miete sollte nicht mehr als 15 bis 20 Prozent Ihres monatlichen Umsatzes ausmachen. Bei höheren Anteilen wird es kritisch.

Bonität und Zahlungsverhalten

Creditreform-Auskunft: Wir holen eine Auskunft über Ihr Unternehmen ein. Negative Einträge wie Mahnverfahren, Insolvenzen oder Vollstreckungen machen eine Zusage schwierig. Kleine, alte Einträge können wir manchmal tolerieren, wenn Sie eine plausible Erklärung haben.

Persönliche Bonität der Geschäftsführer: Bei kleineren Unternehmen und Neugründungen schauen wir uns auch die persönliche Bonität der Geschäftsführer und Gesellschafter an. Negative Schufa-Einträge können ein Problem sein, besonders wenn es um viele Einträge oder Insolvenzen geht.

Zahlungshistorie: Wenn Sie bereits bei uns Kunde sind oder waren, haben wir Ihre Zahlungshistorie. Wer immer pünktlich zahlt, bekommt bei einer neuen Bürgschaft leichter eine Zusage. Unpünktliche Zahler müssen mit Auflagen rechnen.

Branche und Geschäftsmodell

Branchenrisiko: Manche Branchen gelten als stabiler als andere. Handwerksbetriebe, Ärzte, Rechtsanwälte und IT-Dienstleister haben oft gute Karten. Gastronomie, Einzelhandel in schwierigen Lagen oder sehr trendabhängige Geschäfte werden kritischer gesehen. Das heißt nicht, dass Sie in diesen Branchen keine Bürgschaft bekommen – aber die Prüfung ist gründlicher.

Geschäftsmodell: Ist Ihr Geschäftsmodell schlüssig und nachhaltig? Bei etablierten Unternehmen ist das meist klar. Bei Neugründungen schauen wir uns den Businessplan genau an: Gibt es einen echten Markt für Ihr Produkt? Ist die Kalkulation realistisch? Haben Sie schon erste Kunden oder Aufträge?

Mietverhältnis und Immobilie

Verhältnis von Miete zu Umsatz: Die Miete sollte zu Ihrer Unternehmensgröße passen. Eine zu hohe Miete im Verhältnis zum Umsatz ist riskant. Normalerweise sollte die Miete maximal 15 bis 20 Prozent des monatlichen Umsatzes betragen.

Art der Immobilie: Einfache Büro- oder Lagerflächen sind unkompliziert. Stark spezialisierte Räume wie umgebaute Produktionshallen oder hochwertig ausgestattete Arztpraxen schauen wir uns genauer an – der Vermieter hat hier höhere Wiedervermietungsrisiken.

Lage und Markt: Eine Immobilie in guter Lage ist weniger riskant. In beliebten Innenstadtlagen oder Gewerbegebieten findet der Vermieter schneller einen neuen Mieter, falls etwas schiefgeht.

Mögliche Ablehnungsgründe und wie Sie sie vermeiden

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Niemand hört gerne ein "Nein". Damit Sie wissen, worauf Sie achten müssen, erklären wir die häufigsten Gründe für Ablehnungen – und was Sie dagegen tun können.

Unzureichende Bonität

Das Problem: Ihr Unternehmen hat negative Bonitätseinträge oder schlechte Geschäftszahlen. Vielleicht gab es in der Vergangenheit Zahlungsprobleme oder die aktuelle Liquidität ist sehr knapp.

Was Sie tun können: Erklären Sie die Hintergründe. Vielleicht gab es einen einmaligen Vorfall, der aber gelöst ist. Zeigen Sie, dass sich die Situation verbessert hat. Legen Sie zusätzliche Unterlagen vor, die Ihre aktuelle Stabilität belegen – zum Beispiel volle Auftragsbücher oder neue Großkunden. Bieten Sie an, dass ein Gesellschafter eine persönliche Bürgschaft übernimmt. Oder beantragen Sie zunächst eine niedrigere Bürgschaftssumme und stocken später auf.

Fehlende oder unvollständige Unterlagen

Das Problem: Sie haben nicht alle erforderlichen Dokumente eingereicht oder die Unterlagen sind veraltet oder unleserlich.

Was Sie tun können: Prüfen Sie vor dem Antrag genau, ob Sie alles haben. Nutzen Sie unsere Checkliste. Scannen Sie alle Dokumente in guter Qualität. Wenn Ihnen ein Dokument fehlt, reichen Sie es umgehend nach. Fragen Sie uns, wenn Sie unsicher sind – wir helfen Ihnen gerne.

Zu hohe Kautionssumme im Verhältnis zur Unternehmensgröße

Das Problem: Die gewünschte Bürgschaftssumme ist sehr hoch im Vergleich zu Ihrem Umsatz oder Eigenkapital. Zum Beispiel: Sie haben 100.000 Euro Jahresumsatz und möchten eine Bürgschaft über 50.000 Euro.

Was Sie tun können: Versuchen Sie, mit dem Vermieter eine niedrigere Kaution zu verhandeln. Vielleicht akzeptiert er auch drei statt sechs Monatsmieten. Oder splitten Sie die Kaution: einen Teil als Bürgschaft, einen Teil als Barkaution. Sie können auch anbieten, nach ein oder zwei Jahren, wenn das Geschäft stabil läuft, die Kaution zu reduzieren.

Problematische Branche oder Geschäftsmodell

Das Problem: Sie sind in einer Branche tätig, die als risikobehaftet gilt, zum Beispiel Gastronomie, Clubs oder sehr trendabhängige Geschäfte. Oder Ihr Geschäftsmodell erscheint uns nicht tragfähig.

Was Sie tun können: Überzeugen Sie uns mit Fakten. Zeigen Sie, dass Sie Erfahrung in der Branche haben. Legen Sie einen soliden Businessplan vor. Weisen Sie Referenzen nach oder erste Erfolge. Wenn möglich, zeigen Sie langfristige Verträge mit Kunden oder Lieferanten. Je konkreter und nachvollziehbarer Ihr Plan ist, desto besser.

Neugründung ohne Sicherheiten

Das Problem: Ihr Unternehmen ist brandneu und hat noch keine Geschäftshistorie. Es gibt keine Jahresabschlüsse und keine BWA. Das Risiko für uns ist höher.

Was Sie tun können: Zeigen Sie, dass Sie gut vorbereitet sind. Ein durchdachter Businessplan ist Pflicht. Wenn möglich, weisen Sie Eigenkapital nach oder zeigen Sie, dass bereits Kunden oder Aufträge da sind. Die persönliche Bonität der Gründer spielt hier eine große Rolle – wenn Sie privat eine gute Schufa haben, hilft das. Überlegen Sie, ob ein erfahrener Partner oder Investor mit ins Boot kommt, der Sicherheit bringt. Manchmal ist es auch sinnvoll, zunächst eine kleinere Fläche zu mieten und nach einem erfolgreichen ersten Jahr auf größere Räume umzuziehen.

Troubleshooting: Häufige Probleme und schnelle Lösungen

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Manchmal läuft nicht alles glatt. Hier sind die häufigsten Probleme, die während des Antragsprozesses auftreten können – und wie Sie sie lösen.

Problem: Der Vermieter akzeptiert keine Mietkautionsbürgschaft

Lösung: Sprechen Sie mit dem Vermieter und erklären Sie die Vorteile. Eine Bürgschaft der R+V Versicherung ist genauso sicher wie eine Barkaution, manchmal sogar sicherer, weil die Versicherung zahlungsfähiger ist als viele Mieter. Bieten Sie an, dass wir direkt mit dem Vermieter sprechen. Oft können wir Bedenken ausräumen. Falls der Vermieter hart bleibt, können Sie einen Kompromiss vorschlagen: die Hälfte der Kaution als Bürgschaft, die andere Hälfte als Barkaution.

Problem: Die Bearbeitung dauert länger als erwartet

Lösung: Rufen Sie uns an und fragen Sie nach dem Stand. Manchmal fehlen noch Unterlagen, die wir angefordert haben – prüfen Sie Ihr E-Mail-Postfach. Wenn es wirklich dringend ist, teilen Sie uns das mit. Wir können die Bearbeitung oft beschleunigen. Haben Sie Geduld, besonders wenn Ihr Fall komplex ist – eine gründliche Prüfung ist in Ihrem Interesse.

Problem: Es werden zusätzliche Unterlagen angefordert

Lösung: Reichen Sie die Unterlagen schnellstmöglich nach. Je schneller Sie reagieren, desto schneller geht die Bearbeitung weiter. Wenn Sie eine bestimmte Unterlage nicht haben, sagen Sie uns das. Oft gibt es Alternativen. Fragen Sie nach, wenn Sie nicht verstehen, warum ein Dokument benötigt wird – wir erklären es gerne.

Problem: Die Prämie passt nicht ins Budget

Lösung: Überlegen Sie, ob Sie eine niedrigere Kautionssumme mit dem Vermieter verhandeln können. Prüfen Sie, ob eine Ratenzahlung der Prämie möglich ist – manchmal können wir Monats- statt Jahresraten anbieten. Rechnen Sie durch, ob sich die Bürgschaft trotzdem lohnt: Das Geld, das Sie im Unternehmen behalten, bringt Ihnen möglicherweise mehr Gewinn, als die Prämie kostet.

Problem: Negative Rückmeldung zur Bonität

Lösung: Lassen Sie sich genau erklären, was das Problem ist. Prüfen Sie Ihre Creditreform- oder Schufa-Auskunft selbst – manchmal sind dort falsche oder veraltete Einträge. Wenn ja, lassen Sie diese korrigieren. Bieten Sie zusätzliche Sicherheiten an. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater über Möglichkeiten, Ihre Bilanz zu verbessern. Falls aktuell keine Bürgschaft möglich ist, fragen Sie nach, ab wann eine erneute Prüfung Sinn macht.

Problem: Der Mietvertrag ist noch nicht fertig

Lösung: Kein Problem – reichen Sie zunächst den Entwurf ein. Wir können die Prüfung starten und Ihnen eine vorläufige Zusage geben. Die endgültige Bürgschaftsurkunde stellen wir aus, sobald der Vertrag unterschrieben ist. Wichtig ist, dass die wesentlichen Punkte feststehen: Miethöhe, Kautionssumme und Mietbeginn.

Problem: Sie finden bestimmte Unterlagen nicht

Lösung: Wenden Sie sich an Ihren Steuerberater – der hat normalerweise alle Jahresabschlüsse und kann Ihnen eine BWA erstellen. Den Handelsregisterauszug bekommen Sie online beim Bundesanzeiger. Den Gesellschaftervertrag hat in der Regel der Notar, der Ihre Firma gegründet hat. Falls Sie wirklich eine Unterlage nicht mehr finden, sprechen Sie mit uns – manchmal gibt es Ersatzdokumente, die wir akzeptieren können.

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