Was ist der SCHUFA-Score überhaupt?

Die SCHUFA — die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung — ist Deutschlands bekannteste Auskunftei. Sie sammelt Daten über das Zahlungsverhalten von Verbrauchern und berechnet daraus einen sogenannten Bonitäts-Score. Dieser Score zeigt in Prozent an, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie Ihre Rechnungen pünktlich bezahlen.

Vereinfacht gesagt: Ein hoher Score bedeutet, dass Sie in der Vergangenheit zuverlässig gezahlt haben. Banken, Vermieter und Unternehmen nutzen diesen Wert, um das Risiko einer Zusammenarbeit mit Ihnen einzuschätzen.

Gut zu wissen

Der SCHUFA-Score wird nicht allein durch Schulden beeinflusst. Auch die Anzahl Ihrer Konten, laufende Kreditanfragen oder die Länge Ihrer Kreditgeschichte spielen eine Rolle. Die genaue Berechnungsformel ist gesetzlich nicht vollständig offenzulegen — das sorgt seit Jahren für Diskussionen.

Wichtig zu verstehen: Es gibt mehrere verschiedene Scores bei der SCHUFA. Der bekannteste ist der Basis-Score, der öffentlich einsehbar ist. Daneben gibt es branchenspezifische Scores — zum Beispiel für Banken, den Versandhandel oder den Immobilienbereich. Vermieter erhalten in der Regel eine Bonitätsauskunft auf Basis des Immobilien-Scores.

Was viele Mieter nicht wissen: Selbst wenn Ihr SCHUFA-Score nicht perfekt ist, gibt es bewährte Wege, trotzdem eine Wohnung zu bekommen. Eine Mietkautionsbürgschaft ist dabei oft die schnellste und praktischste Lösung — dazu später mehr.

Die SCHUFA-Score-Klassen im Überblick

Die SCHUFA teilt Verbraucher in verschiedene Score-Klassen ein — von A (sehr geringes Risiko) bis hin zu niedrigeren Klassen mit erhöhtem Ausfallrisiko. Diese Klassen helfen Vertragspartnern, eine schnelle Einschätzung zu bekommen, ohne den genauen Prozentwert zu sehen.

Quelle: SCHUFA Holding AG (vereinfachte Darstellung). Genaue Schwellenwerte können sich durch die Reform leicht verschieben.
Klasse Basis-Score (ca.) Risikobewertung Bedeutung im Alltag
A 97,5 % und höher Sehr geringes Risiko Beste Voraussetzungen für Kredit und Wohnung
B 95 % bis 97,5 % Sehr geringes Risiko Sehr gute Bonität, kaum Einschränkungen
C 90 % bis 95 % Geringes Risiko Gute Bonität, bei Vermietern üblicherweise akzeptiert
D 80 % bis 90 % Leicht erhöhtes Risiko Manche Vermieter verlangen Zusatzsicherheiten
E 70 % bis 80 % Leicht erhöhtes Risiko Wohnungssuche wird schwieriger
F 60 % bis 70 % Erhöhtes Risiko Absicherung durch Bürgschaft empfehlenswert
G 50 % bis 60 % Erhöhtes Risiko Bürgschaft oder Zusatzsicherheit meist erforderlich
H bis P Unter 50 % Hohes Risiko Individuelle Lösungen erforderlich

Die Score-Klassen sind ein vereinfachtes Bild. Ihr tatsächlicher Wert hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Entscheidend ist vor allem, ob und wie Sie in der Vergangenheit Zahlungsprobleme hatten.

Score-Klasse D oder schlechter? Die Bürgschaft hilft.

Ab Score-Klasse D fragen sich viele Mieter, ob sie überhaupt noch eine Wohnung bekommen. Die Antwort: Ja — mit der richtigen Absicherung. Eine Mietkautionsbürgschaft von EuroKaution gibt Ihrem Vermieter die Sicherheit, die er braucht: Die R+V Versicherung bürgt für die Kaution. Das überzeugt auch kritische Vermieter. Rund 95 % aller Vermieter in Deutschland akzeptieren diese Form der Absicherung.

Was ändert sich durch die SCHUFA-Reform?

Die SCHUFA hat ihr Scoring-Modell in den letzten Jahren schrittweise überarbeitet — angetrieben durch neue europäische Datenschutzgesetze (DSGVO) und die KI-Verordnung der EU. Auch der Bundesgerichtshof hat 2023 mit einem wegweisenden Urteil klargestellt: Automatisierte Score-Entscheidungen dürfen nicht allein über einen Vertragsabschluss entscheiden.

Was konkret neu ist oder sich ändert:

  • Mehr Transparenz: Die SCHUFA muss besser erklären, welche Faktoren Ihren Score beeinflussen. Sie haben das Recht, eine kostenlose Selbstauskunft anzufordern.
  • Kürzere Speicherfristen: Bezahlte Schulden werden nach der Reform schneller aus dem System gelöscht. Wer eine Forderung vollständig beglichen hat, muss nicht mehr so lange warten.
  • Weniger Gewicht einzelner Anfragen: Kreditanfragen, zum Beispiel bei einem Vergleich verschiedener Angebote, sollen Ihren Score weniger stark belasten als bisher.
  • Überarbeitetes Scoring-Modell: Das zugrunde liegende statistische Modell wurde aktualisiert. Das kann dazu führen, dass sich Ihr Prozentwert leicht verändert — nach oben oder unten — ohne dass sich Ihre tatsächliche Zahlungshistorie geändert hat.
Wichtig: Keine automatische Neuberechnung

Ihr Score wird nicht auf Knopfdruck neu berechnet, nur weil die SCHUFA ihr System umgestellt hat. Die Aktualisierung erfolgt nach und nach, sobald neue Daten eingehen. Es lohnt sich daher, Ihre kostenlose Selbstauskunft regelmäßig zu prüfen — bei der SCHUFA direkt unter schufa.de.

Grundsätzlich gilt: Wer immer pünktlich zahlt und keine Negativmerkmale hat, wird durch die Reform kaum Veränderungen spüren. Für Personen mit älteren, bereits bezahlten Schulden kann die Reform hingegen eine spürbare Verbesserung bringen.

Wann wird mein Score aktualisiert?

Der SCHUFA-Score wird fortlaufend aktualisiert, sobald neue Informationen bei der SCHUFA eingehen. Das passiert nicht in festen Intervallen, sondern immer dann, wenn ein Vertragspartner — zum Beispiel Ihre Bank oder ein Mobilfunkanbieter — neue Daten meldet.

Typische Ereignisse, die Ihren Score beeinflussen können:

  • Aufnahme oder Rückzahlung eines Kredits
  • Eröffnung oder Schließung eines Girokontos
  • Eine neue Kreditanfrage (auch bei Versicherungen oder Mobilfunkverträgen)
  • Vollständige Bezahlung einer offenen Forderung
  • Eintrag eines Negativmerkmals (zum Beispiel Mahnbescheid oder Insolvenz)

Nach der SCHUFA-Reform wird erwartet, dass bezahlte Forderungen nach sechs Monaten aus dem System verschwinden — statt wie bisher nach drei Jahren. Diese Verkürzung kann für viele Betroffene eine erhebliche Erleichterung bedeuten.

Tipp: Kostenlose Selbstauskunft

Einmal im Jahr können Sie Ihre vollständige SCHUFA-Auskunft kostenlos anfordern. Prüfen Sie dabei auch, ob alle gespeicherten Einträge korrekt sind. Falsche oder veraltete Einträge können Sie direkt bei der SCHUFA beanstanden und löschen lassen. Mehr Informationen dazu finden Sie beim Verbraucherzentrale.

Was bedeutet das für meine Wohnungssuche?

Wenn Sie eine neue Wohnung suchen, verlangen viele Vermieter eine SCHUFA-Auskunft. Das ist rechtlich zulässig, solange es sich im Rahmen des Mietverhältnisses um eine zulässige Frage zur Zahlungsfähigkeit handelt. Vermieter dürfen dabei nur wissen, ob Sie grundsätzlich als kreditwürdig eingestuft werden — nicht jedes Detail aus Ihrer Akte.

Was viele nicht wissen: Vermieter haben keinen direkten Zugriff auf Ihren genauen Score-Wert oder Ihre gesamte SCHUFA-Akte. Sie erhalten in der Regel nur eine vereinfachte Bonitätsauskunft: positiv, eingeschränkt oder negativ. Diese Auskunft holen Sie als Mieter selbst ein und legen sie dem Vermieter vor.

Folgende Szenarien sind in der Praxis häufig:

  • Score-Klasse A bis C: Kaum Probleme bei der Wohnungssuche. Vermieter sehen Sie als zuverlässigen Mieter. Auch hier lohnt sich eine Mietkautionsbürgschaft — sie schont Ihr Kapital, das Sie sonst als Barkaution binden müssten.
  • Score-Klasse D bis E: Manche Vermieter reagieren zurückhaltend. Eine Mietkautionsbürgschaft kombiniert mit Gehaltsabrechnungen und Referenzen des Vorvermieters kann hier den entscheidenden Unterschied machen.
  • Score-Klasse F und schlechter: Die Wohnungssuche wird deutlich schwieriger. Genau hier ist die Bürgschaft von EuroKaution ihr stärkstes Argument gegenüber dem Vermieter: Nicht Sie bürgen, sondern die R+V Versicherung — ein reguliertes, solventes Unternehmen.

Schlechter Score? So schützen Sie sich beim Mieten

Eine schwierige Bonitätssituation bedeutet nicht, dass Sie auf eine eigene Wohnung verzichten müssen. Es gibt konkrete Schritte, die Ihre Chancen auf dem Wohnungsmarkt deutlich verbessern — und einen davon sollten Sie immer als Erstes in Betracht ziehen.

1. Mietkautionsbürgschaft beantragen — noch vor der Wohnungsbesichtigung

Wenn Sie wissen, dass Ihre SCHUFA-Auskunft eingeschränkt ist, ist es klug, bereits vor der ersten Besichtigung eine Mietkautionsbürgschaft zu beantragen. So können Sie dem Vermieter direkt beim ersten Gespräch zeigen, dass die Kaution durch die R+V Versicherung abgesichert ist — das nimmt ihm das Hauptargument gegen Sie.

2. Offene Kommunikation mit dem Vermieter

Sprechen Sie Ihre Situation aktiv an. Viele Vermieter schätzen Ehrlichkeit mehr als eine überraschend schlechte SCHUFA-Auskunft. Erklären Sie, warum der Eintrag entstanden ist, wie Sie die Situation gelöst haben — und dass Sie die Bürgschaft einer seriösen Versicherung als Sicherheit mitbringen.

3. Weitere Unterlagen als Ergänzung vorlegen

Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate, ein unbefristeter Arbeitsvertrag oder ein positives Referenzschreiben des Vorvermieters stärken Ihre Position zusätzlich. Die Bürgschaft übernimmt die Sicherheitsfunktion, Ihre Unterlagen zeigen Ihre aktuelle finanzielle Stabilität.

  • Mietkautionsbürgschaft von EuroKaution vorab beantragen (5 Minuten online)
  • Kostenlose SCHUFA-Selbstauskunft anfordern und auf Fehler prüfen
  • Falsche oder veraltete Einträge bei der SCHUFA beanstanden und löschen lassen
  • Gehaltsabrechnungen und Arbeitsvertrag als Ergänzung vorlegen
  • Referenzschreiben des Vorvermieters einholen (falls vorhanden)
  • Situation ehrlich ansprechen und die Bürgschaft als Sicherheitslösung präsentieren

Mietkautionsbürgschaft: Die Lösung bei schwieriger Bonität

Unabhängig davon, in welcher SCHUFA-Score-Klasse Sie sich befinden: Eine Mietkautionsbürgschaft ist für jeden Mieter eine sinnvolle Alternative zur klassischen Barkaution. Bei eingeschränkter Bonität kann sie der entscheidende Faktor sein, der die Wohnungssuche erfolgreich macht.

So funktioniert das Prinzip: Anstatt tausende Euro Barkaution auf ein Konto einzuzahlen, das für die gesamte Mietdauer eingefroren ist, zahlen Sie bei EuroKaution einen kleinen Jahresbeitrag von 4,7 % der Kautionssumme (mindestens 50 EUR). Dafür erhalten Sie und Ihr Vermieter eine offizielle Bürgschaftsurkunde der R+V Versicherung.

Wichtig zu wissen: Die Bürgschaft ersetzt die Kaution vollständig — Ihr Vermieter muss kein separates Kautionskonto führen und keine Zinsen abrechnen. Für viele Vermieter ist das sogar praktischer als eine Barkaution. Warum das so ist und welche weiteren Alternativen zur Barkaution es gibt, erklärt unser Vergleichsartikel.

So verbessern Sie Ihren SCHUFA-Score

Die gute Nachricht: Der SCHUFA-Score ist kein unveränderliches Urteil. Mit der richtigen Strategie können Sie Ihre Bonität Schritt für Schritt verbessern — auch wenn das etwas Zeit kostet.

  1. Alle offenen Schulden begleichen: Nichts verbessert Ihren Score langfristig so sehr wie das vollständige Bezahlen ausstehender Forderungen. Nach der SCHUFA-Reform sollen solche Einträge danach deutlich schneller gelöscht werden.
  2. Keine unnötigen Kreditanfragen stellen: Jede Kreditanfrage wird gespeichert und kann Ihren Score kurzfristig belasten. Prüfen Sie Angebote lieber mit einer sogenannten Konditionenanfrage, die nicht sichtbar eingetragen wird.
  3. Konten reduzieren: Zu viele gleichzeitig laufende Konten oder Kreditkarten können negativ wirken. Schließen Sie nicht benötigte Konten sauber ab.
  4. Selbstauskunft regelmäßig prüfen: Fehler in der SCHUFA-Akte sind häufiger als gedacht. Veraltete oder falsch gemeldete Einträge können Sie kostenlos löschen lassen.
  5. Geduld: Mit zunehmender Zeit ohne neue Negativmerkmale verbessert sich der Score automatisch. Konsistentes, zuverlässiges Zahlungsverhalten ist der stärkste Hebel.
Hilfe bei Überschuldung

Wenn Sie von Schulden überwältigt sind, hilft Ihnen eine kostenlose staatliche Schuldnerberatung. Die Verbraucherzentrale vermittelt Beratungsstellen in Ihrer Nähe. Dieser Weg ist wichtiger als jede kurzfristige Score-Optimierung.

Negative SCHUFA: Was Sie jetzt konkret tun können

Ein negativer SCHUFA-Eintrag fühlt sich wie eine Sackgasse an — aber er ist es nicht. Es gibt klare, rechtlich gesicherte Schritte, die Ihre Situation verbessern. Entscheidend ist, dass Sie systematisch vorgehen und nichts dem Zufall überlassen.

Schritt 1: Vollständige Selbstauskunft anfordern — kostenlos und sofort

Bevor Sie irgendetwas unternehmen, müssen Sie wissen, was genau in Ihrer SCHUFA-Akte steht. Die Datenkopie nach Art. 15 DSGVO ist vollständig kostenlos und zeigt Ihnen jeden einzelnen gespeicherten Eintrag — nicht nur die Zusammenfassung. Das ist wichtig, denn die kostenpflichtige „BonitätsAuskunft“ zeigt deutlich weniger.

So fordern Sie die kostenlose Datenkopie an: Online über meineschufa.de unter „Datenkopie (kostenlos)“ — nicht zu verwechseln mit kostenpflichtigen Produkten auf derselben Seite. Die Auskunft kommt per Post innerhalb von 1 bis 2 Wochen.

Achtung: Kostenfalle auf meineschufa.de

Die SCHUFA bewirbt auf ihrer eigenen Website zuerst kostenpflichtige Abonnements. Die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO ist bewusst weniger prominent platziert. Suchen Sie gezielt nach „Datenkopie“ oder „Eigenauskunft kostenlos“.

Schritt 2: Jeden Eintrag einzeln prüfen — Fehler sind häufiger als Sie denken

Studien zeigen, dass ein erheblicher Anteil aller SCHUFA-Akten fehlerhafte oder veraltete Einträge enthält. Prüfen Sie bei jedem einzelnen Eintrag folgende Punkte:

  • Stimmt der Gläubiger? Manchmal sind Forderungen von Unternehmen gespeichert, mit denen Sie nie einen Vertrag hatten — zum Beispiel durch Identitätsmissbrauch oder Verwechslungen.
  • Stimmt die Höhe? Bereits bezahlte Schulden werden manchmal mit dem ursprünglichen Betrag gespeichert, obwohl sie längst beglichen wurden.
  • Ist die Speicherfrist abgelaufen? Die SCHUFA löscht Einträge nicht immer automatisch fristgerecht. Prüfen Sie selbst, ob Fristen überschritten sind.
  • Wurde die Forderung korrekt gemeldet? Manche Negativeinträge entstehen, weil ein Unternehmen eine bestrittene Forderung ohne Ihr Wissen gemeldet hat.
  • Gibt es eine Doppelung? Dieselbe Forderung kann unter verschiedenen Gläubigern mehrfach auftauchen — zum Beispiel wenn eine Schuld an ein Inkassounternehmen verkauft wurde.

Schritt 3: Falsche oder veraltete Einträge schriftlich widersprechen

Wenn Sie einen fehlerhaften Eintrag gefunden haben, haben Sie ein Recht auf Berichtigung nach Art. 16 DSGVO und auf Löschung nach Art. 17 DSGVO. Gehen Sie so vor:

  1. Schreiben Sie einen Widerspruch direkt an die SCHUFA — schriftlich per Einschreiben, nicht per E-Mail. Adresse: SCHUFA Holding AG, Privatkunden Servicecenter, Postfach 10 34 41, 44034 Dortmund.
  2. Legen Sie Belege bei: Kontoauszüge, Zahlungsbestätigungen, Kündigungsschreiben oder andere Dokumente, die den Fehler belegen.
  3. Nennen Sie die genaue Eintragsnummer aus Ihrer Datenkopie — das beschleunigt die Bearbeitung erheblich.
  4. Setzen Sie eine Frist von 30 Tagen für eine Rückmeldung.

Die SCHUFA muss den Eintrag während der Prüfung als „streitig“ markieren. Bestätigt sich der Fehler, wird er gelöscht — und Ihr Score verbessert sich innerhalb von Wochen automatisch.

Schritt 4: Veraltete Einträge aktiv einfordern

Die SCHUFA löscht Einträge nach gesetzlich vorgeschriebenen Fristen — aber nicht immer von alleine. Kennen Sie Ihre Fristen:

Art des Eintrags Löschfrist Was Sie tun können
Bezahlte Forderung Nach der Reform: 6 Monate nach Begleichung (bisher 3 Jahre) Zahlungsbeleg einreichen, Löschung aktiv beantragen
Unbezahlte Forderung 3 Jahre nach dem Jahr der Entstehung Verjährung prüfen, ggf. Schuldnerberatung einschalten
Mahnbescheid 3 Jahre nach Eintragung Datum der Eintragung prüfen, Löschung beantragen
Insolvenzverfahren 6 Monate nach Verfahrensende Abschlussbescheid einreichen
Restschuldbefreiung 6 Monate nach Erteilung Beschluss des Insolvenzgerichts einreichen
Anfragen und Kredite 12 Monate nach Eintragung Keine aktive Maßnahme nötig — läuft automatisch

Schritt 5: Schulden strategisch begleichen — Reihenfolge ist entscheidend

Wenn Sie mehrere offene Forderungen haben und nicht alles auf einmal bezahlen können, zahlen Sie nicht einfach die größte zuerst. Die klügere Strategie:

  • Zuerst: Forderungen mit laufendem Negativmerkmal. Solange eine Forderung aktiv und unbezahlt ist, drückt sie dauerhaft auf den Score. Bezahlen Sie diese zuerst, damit die Uhr für die Löschfrist überhaupt erst zu laufen beginnt.
  • Dann: Forderungen, die kurz vor der Verjährung stehen. Wenn eine Schuld ohnehin bald aus der SCHUFA verschwindet, lohnt es sich strategisch zu warten — aber Vorsicht: Eine Zahlung kann die Verjährungsfrist neu auslösen. Lassen Sie sich vorher rechtlich beraten.
  • Verhandeln Sie Vergleiche. Viele Gläubiger und Inkassounternehmen akzeptieren einen Teilbetrag als vollständige Begleichung — und bestätigen die Erledigung schriftlich. Diese Bestätigung reichen Sie dann bei der SCHUFA ein.
Wichtig: Schriftliche Erledigungsbestätigung immer einfordern

Wenn Sie eine Schuld begleichen, fordern Sie immer eine schriftliche Bestätigung, dass die Forderung vollständig erledigt ist. Nur mit diesem Beleg können Sie die SCHUFA zur Löschung auffordern. Mündliche Zusagen genügen nicht.

Schritt 6: Neue Positivdaten aufbauen — aktiv, nicht passiv

Neben dem Löschen alter Negativeinträge können Sie Ihren Score aktiv durch neue positive Signale stärken. Das klingt paradox, aber das SCHUFA-System bewertet nicht nur negative Einträge — es bewertet auch Ihre aktuelle Kreditwürdigkeit positiv, wenn Sie folgende Punkte beachten:

  • Ein einziges, pünktlich bedienten Girokonto ist besser als fünf ungenutzte Konten. Schließen Sie nicht benötigte Konten ordentlich ab — einfach liegenlassen wirkt negativ.
  • Kleinkredit pünktlich zurückzahlen: Ein kleiner Ratenkredit, der sauber bedient wird, erzeugt neue positive Datenpunkte. Das ist keine Empfehlung zur Verschuldung — aber wenn Sie ohnehin eine größere Anschaffung planen, kann eine ratierliche Zahlung Ihren Score stärken.
  • Kreditkarte mit kleinem Limit nutzen und monatlich vollständig ausgleichen: Das zeigt der SCHUFA, dass Sie zuverlässig mit Kredit umgehen können — ohne echte Schulden zu machen.
  • Keine Kreditanfragen stellen, bis der Score besser ist: Jede Anfrage hinterlässt eine Spur. Warten Sie, bis alte Negativeinträge gelöscht sind, bevor Sie größere Verträge abschließen.

Schritt 7: Was Sie bei der Wohnungssuche trotzdem sofort tun können

Die Verbesserung des SCHUFA-Scores braucht Zeit — Monate bis Jahre. Wenn Sie aber jetzt eine Wohnung brauchen, ist eine Mietkautionsbürgschaft der schnellste und zuverlässigste Weg, die Kautionsfrage trotzdem zu lösen. Sie überbrückt den Zeitraum, bis Ihr Score sich erholt hat — und spart Ihnen gleichzeitig das gebundene Kapital der Barkaution.

Realistischer Zeitplan zur Erholung

Nach Begleichung einer Forderung und Antrag auf Löschung: 1 bis 6 Monate bis zur Löschung (nach Reform). Spürbare Score-Verbesserung nach konsequentem positivem Zahlungsverhalten: 6 bis 18 Monate. Vollständige Erholung in Score-Klasse A oder B: 2 bis 4 Jahre — je nach Schwere der Negativeinträge. Planen Sie realistisch und nutzen Sie die Übergangszeit mit einer Bürgschaft.

Häufige Fragen zum neuen SCHUFA-Score

  • Was ändert sich beim neuen SCHUFA-Score konkret?

    Die SCHUFA hat ihr Scoring-Modell reformiert: mehr Transparenz bei der Berechnung, kürzere Speicherfristen für bezahlte Schulden und eine Anpassung an europäische Datenschutzstandards (DSGVO und KI-Verordnung). Ihr Prozentwert kann sich dadurch leicht verschieben — die grundsätzliche Einstufung in eine Score-Klasse bleibt aber ähnlich, wenn sich Ihr Zahlungsverhalten nicht geändert hat.

  • Wird mein Score automatisch neu berechnet?

    Nein, nicht auf einen Schlag. Die SCHUFA aktualisiert Scores fortlaufend, sobald neue Informationen von Vertragspartnern eingehen. Das heißt: Ihr Score wird nicht an einem bestimmten Stichtag pauschal neu berechnet, sondern ändert sich graduell, wenn neue Daten einfließen.

  • Kann ich trotz schlechtem SCHUFA-Score eine Wohnung mieten?

    Ja, das ist möglich. Die effektivste Lösung ist eine Mietkautionsbürgschaft von EuroKaution. Sie funktioniert so: Anstatt Barkaution zu hinterlegen, erhalten Sie und Ihr Vermieter eine Bürgschaftsurkunde der R+V Versicherung. Ihr Vermieter ist dadurch genauso abgesichert wie mit Bargeld — unabhängig von Ihrer SCHUFA-Score-Klasse.

    Rund 95 % aller Vermieter in Deutschland akzeptieren diese Form der Absicherung. Der Jahresbeitrag beträgt 4,7 % der Kautionssumme (mindestens 50 EUR). Den Antrag stellen Sie in 5 Minuten online.

  • Wie lange bleiben Negativeinträge in der SCHUFA gespeichert?

    Die Speicherfristen variieren je nach Art des Eintrags. Bezahlte Schulden sollen nach der Reform nach sechs Monaten gelöscht werden — statt bisher drei Jahren. Laufende Insolvenzverfahren bleiben bis zu sechs Jahre gespeichert. Harte Negativmerkmale wie Haftbefehle können bis zu vier Jahre nach Erledigung gespeichert bleiben. Prüfen Sie Ihre Selbstauskunft, ob Einträge korrekt und aktuell sind.

  • Was bedeutet Score-Klasse A bei der SCHUFA?

    Score-Klasse A bedeutet sehr geringes Ausfallrisiko. Personen in dieser Klasse haben in der Regel einen Basis-Score von über 97,5 Prozent. Das ist die beste Einstufung und signalisiert Vermietern und Kreditgebern eine hervorragende Zahlungsmoral. Bei einer Wohnungssuche entstehen in dieser Klasse kaum Probleme.

  • Wie kann ich meinen SCHUFA-Score verbessern?

    Ihren Score verbessern Sie vor allem durch pünktliches Bezahlen aller Rechnungen und Raten, das Begleichen offener Schulden, die Reduzierung nicht genutzter Konten und Kreditkarten sowie die regelmäßige Prüfung Ihrer kostenlosen Selbstauskunft auf Fehler. Unnötige Kreditanfragen sollten Sie vermeiden. Mit der Zeit und ohne neue Negativmerkmale steigt der Score automatisch.

  • Was ist der Unterschied zwischen Basis-Score und Immobilien-Score?

    Der Basis-Score ist der allgemeine Score, den Sie in Ihrer Selbstauskunft sehen. Der Immobilien-Score ist ein branchenspezifischer Score, der speziell für den Wohnungsmarkt berechnet wird. Vermieter erhalten meist eine Auskunft auf Basis des Immobilien-Scores, der sich vom Basis-Score unterscheiden kann. Beide Werte werden aus denselben Grunddaten berechnet, aber mit unterschiedlicher Gewichtung.

  • Was kostet eine Mietkautionsbürgschaft und lohnt sie sich?

    Eine Mietkautionsbürgschaft von EuroKaution kostet 4,7 % der Kautionssumme pro Jahr, mindestens 50 EUR. Bei einer Kaution von 1.500 EUR zahlen Sie also 70,50 EUR jährlich — statt 1.500 EUR dauerhaft zu binden.

    Das lohnt sich für fast jeden Mieter: Ihr gebundenes Geld ist in der Regel mehr wert als der jährliche Beitrag. Bei einer Umzugsphase, wo viele Ausgaben gleichzeitig anfallen, ist der Liquiditätsvorteil besonders groß. Alle Details zur Bürgschaft finden Sie auf unserer Produktseite.

  • Akzeptiert mein Vermieter die Bürgschaft auch bei eingeschränkter SCHUFA?

    In den meisten Fällen ja. Rund 95 % aller Vermieter und Hausverwaltungen in Deutschland akzeptieren die Bürgschaft. Für Ihren Vermieter ist sie sogar oft praktischer als eine Barkaution: kein separates Kautionskonto, keine Zinsabrechnung, keine aufwendige Verwaltung.

    Die Bürgschaftsurkunde der R+V Versicherung ist rechtlich der Barkaution vollständig gleichgestellt. Ausführliche Informationen für Vermieter finden Sie auf unserer Seite Vermieter und Verwalter.