Mietkaution und Steuern Was ist absetzbar — für Privat, Gewerbe und Vermieter?
Eine der häufigsten Fragen rund um die Mietkaution: Kann ich die Kosten von der Steuer absetzen? Die Antwort hängt davon ab, ob Sie Privatmieter, Gewerbetreibender oder Vermieter sind. Hier erklären wir die wichtigsten steuerlichen Regeln — einfach und verständlich, damit Sie keinen Vorteil verpassen.
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Mietkaution und Steuern: Wer kann was absetzen?
Die steuerliche Behandlung der Mietkaution und Mietkautionsbürgschaft unterscheidet sich je nach Ihrer Situation. Hier der Überblick auf einen Blick.
Privatmieter
Eingeschränkt absetzbarDie reine Barkaution ist für Privatmieter nicht absetzbar. Aber: Der Beitrag einer Mietkautionsversicherung kann unter bestimmten Voraussetzungen als Werbungskosten geltend gemacht werden.
- Arbeitszimmer: anteiliger Beitrag absetzbar
- Beruflicher Umzug: Umzugskosten absetzbar
- Doppelte Haushaltsführung: Beitrag absetzbar
- Rein private Nutzung: nicht absetzbar
Gewerbetreibende
Voll absetzbarDer Jahresbeitrag einer gewerblichen Mietkautionsbürgschaft ist als Betriebsausgabe voll absetzbar. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber der Barkaution.
- Bürgschaftsbeitrag als Betriebsausgabe
- Mindert Gewinn und Steuerlast
- Gilt für alle Gewerbearten
- Auch für Freiberufler und Selbstständige
Vermieter
Verwaltungskosten absetzbarVermieter profitieren steuerlich bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Verwaltungskosten rund um die Kaution sind als Werbungskosten absetzbar.
- Kontoführungsgebühren Kautionskonto
- Verwaltungskosten absetzbar
- Kautionszinsen gehören dem Mieter
- Weniger Aufwand mit Bürgschaft
Privatmieter: Wann ist die Mietkautionsbürgschaft absetzbar?
Für die meisten Privatmieter ist die Barkaution steuerlich irrelevant. Aber bei der Bürgschaft gibt es einige interessante Ausnahmen.
Zunächst die wichtigste Grundregel: Eine Barkaution ist steuerlich neutral. Sie zahlen Geld an den Vermieter und bekommen es am Ende zurück. Es entsteht kein Aufwand, also gibt es nichts abzusetzen. Der Betrag auf dem Kautionskonto bleibt Ihr Eigentum.
Anders sieht es bei einer Mietkautionsversicherung aus. Hier zahlen Sie einen jährlichen Beitrag. Dieser Beitrag ist eine echte Ausgabe, die unter bestimmten Bedingungen steuerlich relevant sein kann.
Häusliches Arbeitszimmer
Nutzen Sie in Ihrer Mietwohnung ein steuerlich anerkanntes Arbeitszimmer, können Sie den anteiligen Beitrag der Mietkautionsversicherung als Werbungskosten geltend machen. Der absetzbare Anteil errechnet sich aus dem Flächenverhältnis: Macht Ihr Arbeitszimmer zum Beispiel 15 % der Gesamtwohnung aus, können Sie 15 % des Jahresbeitrags absetzen.
Beruflich bedingter Umzug
Wenn Sie aus beruflichen Gründen umziehen — zum Beispiel weil sich Ihr Arbeitsweg deutlich verkürzt — können Umzugskosten als Werbungskosten geltend gemacht werden. Dazu können auch die Kosten für eine neue Mietkautionsbürgschaft gehören. Die Umzugskostenpauschale erkennt das Finanzamt in der Regel ohne Einzelnachweise an.
Doppelte Haushaltsführung
Unterhalten Sie aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung am Arbeitsort, können Sie die Kosten der Mietkautionsbürgschaft für diese Zweitwohnung als Werbungskosten absetzen. Das gilt auch für die Miete selbst und die Nebenkosten der Zweitwohnung.
Rein private Nutzung
Nutzen Sie Ihre Wohnung ausschließlich privat, ohne Arbeitszimmer und ohne beruflichen Anlass, ist weder die Barkaution noch der Bürgschaftsbeitrag steuerlich absetzbar. Aber: Sie profitieren trotzdem finanziell, weil Ihr Geld auf dem Konto bleibt. Wie viel Sie sparen, zeigt unser Beitragsrechner.
Gewerbetreibende: Bürgschaftsbeitrag als Betriebsausgabe absetzen
Für Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige ist die Mietkautionsbürgschaft steuerlich besonders attraktiv.
Die Mietkaution für Büros, Praxen, Läden oder Lagerhallen bindet oft hohe Summen. Bei Gewerberäumen gibt es keine gesetzliche Obergrenze, Kautionen von 10.000, 20.000 oder sogar 100.000 Euro sind keine Seltenheit. Dieses Kapital fehlt dann für Investitionen und Wachstum.
Mit einer gewerblichen Mietkautionsbürgschaft zahlen Sie statt der hohen Einmalzahlung nur einen jährlichen Beitrag von 4,7 % der Kautionssumme. Und dieser Beitrag ist als Betriebsausgabe voll absetzbar.
So funktioniert der steuerliche Vorteil
Stellen Sie sich vor: Ein Unternehmen mietet ein Büro mit einer Kaution von 15.000 Euro. Mit der Barkaution passiert steuerlich nichts — das Geld liegt auf einem Konto und kommt irgendwann zurück. Der Bürgschaftsbeitrag von 705 Euro pro Jahr ist dagegen eine Betriebsausgabe: Er mindert den Gewinn und damit die Steuerlast.
Rechenbeispiel: Steuerersparnis für Gewerbetreibende
Für wen gilt das?
Der steuerliche Vorteil gilt für alle gewerblichen Mieter: Einzelunternehmer, GbRs, GmbHs, Freiberufler wie Ärzte, Anwälte oder Architekten, Selbstständige und Handwerksbetriebe. Es spielt keine Rolle, ob Sie ein kleines Büro oder eine große Lagerhalle mieten. Entscheidend ist, dass die gemieteten Räume betrieblich genutzt werden.
Barkaution vs. Bürgschaft: Der steuerliche Unterschied
Die Barkaution ist steuerlich neutral. Sie zahlen Geld ein, es liegt auf einem Konto, und Sie bekommen es am Ende zurück. Kein Aufwand, keine Betriebsausgabe. Die Zinsen auf dem Kautionskonto gehören Ihnen, müssen aber als Kapitalerträge versteuert werden.
Der Bürgschaftsbeitrag dagegen ist eine echte Ausgabe. Er fließt als Betriebsausgabe in die Gewinnermittlung ein und mindert Ihre Steuerlast. Gleichzeitig bleibt Ihr Kapital frei für Investitionen. Sie sparen also doppelt: weniger Steuern und mehr Liquidität.
Vermieter: Steuerliche Vorteile und weniger Verwaltungsaufwand
Auch für Vermieter hat die Mietkaution steuerliche Auswirkungen. Und eine Bürgschaft spart zusätzlich Zeit und Aufwand.
Als Vermieter erzielen Sie Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Alle Kosten, die im Zusammenhang mit dieser Vermietung entstehen, können Sie als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Das betrifft auch bestimmte Kosten rund um die Mietkaution.
Was Vermieter absetzen können
Verwalten Sie ein Kautionskonto für Ihre Mieter, entstehen Ihnen Kosten: Kontoführungsgebühren, Verwaltungsaufwand und eventuell Beratungskosten. Diese Ausgaben können Sie als Werbungskosten bei Ihren Einkünften aus Vermietung und Verpachtung absetzen. Je mehr Mietverhältnisse Sie verwalten, desto mehr summieren sich diese Kosten.
Kautionszinsen: Wem gehören sie?
Eine häufige Frage: Müssen Vermieter die Zinsen aus der Mietkaution versteuern? Die Antwort: Nein. Die Zinsen aus dem Kautionskonto gehören dem Mieter, nicht dem Vermieter. Sie müssen vom Mieter versteuert werden, sofern sein Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro bei Ehepaaren) überschritten wird. Der Vermieter muss die Zinsen zwar verwalten und abrechnen, versteuern muss er sie nicht.
Warum die Bürgschaft für Vermieter praktisch ist
Mit einer Bürgschaft statt einer Barkaution sparen Vermieter vor allem Verwaltungsaufwand. Kein separates Kautionskonto eröffnen und verwalten, keine jährliche Zinsabrechnung erstellen und im Schadensfall kümmert sich die R+V Versicherung um die professionelle Abwicklung. Weniger Verwaltung bedeutet auch weniger Kosten, die Sie zwar absetzen könnten, die aber gar nicht erst entstehen.
Ausführliche Informationen für Vermieter finden Sie unter Vermieter und Verwalter.
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Alternativen ansehenHäufige Fragen zu Mietkaution und Steuern
Hier beantworten wir die häufigsten Fragen rund um die steuerliche Behandlung der Mietkaution und Mietkautionsbürgschaft.
Ist die Mietkaution steuerlich absetzbar für Privatmieter?
Eine reine Barkaution ist für Privatmieter nicht steuerlich absetzbar, da sie nur eine Sicherheitsleistung ist und Ihnen am Ende zurückgezahlt wird. Beim Beitrag einer Mietkautionsversicherung sieht es anders aus: Nutzen Sie ein häusliches Arbeitszimmer, können Sie den anteiligen Beitrag als Werbungskosten geltend machen. Auch bei einem beruflich bedingten Umzug oder einer doppelten Haushaltsführung gibt es Absetzmöglichkeiten.
Können Gewerbetreibende die Mietkautionsbürgschaft von der Steuer absetzen?
Ja. Für Gewerbetreibende, Freiberufler und Selbstständige ist der Jahresbeitrag einer gewerblichen Mietkautionsbürgschaft in der Regel vollständig als Betriebsausgabe absetzbar. Der Beitrag mindert den Gewinn und damit die Steuerlast. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber der Barkaution, die steuerlich neutral ist, weil sie am Ende zurückgezahlt wird.
Müssen Vermieter Zinsen aus der Mietkaution versteuern?
Nein. Die Zinsen aus einem Kautionskonto gehören dem Mieter und müssen vom Mieter versteuert werden. Das gilt allerdings nur, wenn die Zinsen zusammen mit anderen Kapitalerträgen den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro bei Ehepaaren) übersteigen. Der Vermieter muss die Zinsen verwalten und dem Mieter zuordnen, aber versteuern muss er sie nicht.
Kann ich den Beitrag der Mietkautionsversicherung beim Arbeitszimmer absetzen?
Ja, wenn Ihr häusliches Arbeitszimmer steuerlich anerkannt ist. Der absetzbare Anteil richtet sich nach dem Flächenverhältnis des Arbeitszimmers zur Gesamtwohnfläche. Beispiel: Ihre Wohnung hat 80 Quadratmeter und das Arbeitszimmer 12 Quadratmeter. Das sind 15 %. Bei einem Bürgschaftsbeitrag von 113 Euro pro Jahr könnten Sie etwa 17 Euro als Werbungskosten geltend machen. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Steuerberater.
Welche steuerlichen Vorteile hat eine Bürgschaft gegenüber der Barkaution?
Bei der Barkaution entsteht steuerlich kein Aufwand. Sie zahlen Geld ein und bekommen es zurück. Bei einer Mietkautionsbürgschaft entstehen dagegen laufende Kosten, nämlich der Jahresbeitrag. Dieser ist unter bestimmten Umständen absetzbar: für Gewerbetreibende als Betriebsausgabe, für Privatpersonen anteilig bei Arbeitszimmer oder beruflichem Umzug. Dazu kommt der Liquiditätsvorteil: Ihr Kapital bleibt frei verfügbar. Mehr im Mietkaution-Vergleich.
Können Vermieter die Verwaltung der Kaution steuerlich absetzen?
Ja. Kosten, die im Zusammenhang mit der Vermietung entstehen, sind als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung absetzbar. Dazu können Kontoführungsgebühren für das Kautionskonto, Verwaltungskosten und Beratungskosten gehören. Mit einer Bürgschaft entfallen viele dieser Kosten allerdings komplett, weil kein Kautionskonto verwaltet werden muss. Mehr dazu unter Vermieter und Verwalter.
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